Max Reger

Im Repertoire des Ensembles:

  • „Nachtlied" op.138,3
  • „Nun sich der Tag geendet hat“

Max Regers Leben(1863-1916) war einerseits  durch fast manischen Arbeitseifer und unerschöpfliche Kreativität, aber auch durch Depression, Krisen und einschneidende biographische Wendepunkte geprägt.

1873 als ältester Sohn eines Dorfschullehrers geboren, wurde er zunächst bei seiner Mutter und später bei Adalbert Lindner zum Pianisten und Organisten ausgebildet. Nach einem Ausflug in die Lehrerausbildung nahm er Kompositionsunterricht bei Hugo Riemann, und wurde 1907 schließlich als Universitätsmusikdirektor und Dozent ans Konservatorium nach Leipzig berufen. Während dieser Zeit widmete sich Reger, der sich selbst im doppelten Sinne als "Akkordarbeiter" bezeichnete, vor allem der Entstehung größerer Werke, geriet wahrscheinlich aufgrund der Überbelastung in eine Schaffenskrise und erlitt mehrere Zusammenbrüche.

Im März 1915 ließ er sich schließlich in Jena nieder und begann wieder zu komponieren. Zeitlebens hatte Reger aufgrund der Grenzen sprengenden Harmonik und komplizierten Struktur vieler seiner Werke mit Kritik zu kämpfen. Erst seit Ende des 20. Jahrhunderts bekommt sein Werkschaffen wieder die Aufmerksamkeit, die es verdient. Reger selbst hat durch intensive Reise- und Konzerttätigkeit versucht, eine Art "persönliche Aufführungstradition" zu etablieren.

Das "Nachtlied" op.138,3 und das stille musikalische Gebet "Nun sich der Tag geendet hat" spiegeln als Mosaiksteine eine Charakteristik seiner Musik wieder: der harmonische Verlauf ist der romantischen Tradition zwar verpflichtet, nimmt jedoch eigenwillige und unorthodoxe Wendungen, die Interpretation ist eng gebunden an feinste Abstufungen in der Dynamik und präzise Artikulation.

(Quelle: Harenberg Komponistenführer 2001)